Kathedrale von Lausanne - ©  LT/www.diapo.ch

Die Kathedrale von Lausanne

Die einzigartige Kathedrale von Lausanne

Die ab 1165 erbaute und 1275 geweihte Kathedrale von Lausanne ist der grösste Kirchenbau der Schweiz. Das im gotischen Stil errichtete Gotteshaus besitzt Kirchenfenster, die zu den schönsten Europas zählen, und beherbergt das grösste Musikinstrument der Schweiz. Jede Nacht zwischen 22 und 2 Uhr ruft ein Nachtwächter von einem der Türme die Stunden aus.

Nach dem Beginn der Bauarbeiten dauerte es über ein Jahrhundert, bis die protestantische Kathedrale Notre-Dame de Lausanne am 20. Oktober 1275 in Anwesenheit von Papst Gregor X. und Kaiser Rudolf von Habsburg geweiht werden konnte. Die ersten Arbeiten wurden ab 1165 noch im romanischen Stil ausgeführt. Da sich die Errichtung jedoch über mehrere Jahrzehnte hinzog und die Baumeister sich der Entwicklung der Architektur anpassten, wurde der grösste Teil der Kathedrale im Stil der Gotik erbaut. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden mehrere Restaurierungen durchgeführt. Die auf dem Hügel über der Altstadt errichtete Kathedrale überragt die Stadt.

Im Mittelalter war die Kathedrale von Lausanne ein bekannter Wallfahrtsort. 70 000 Menschen pilgerten jedes Jahr hierher, während die Stadtbevölkerung damals nur rund 7 000 Personen zählte. Heute wird das grösste gotische Bauwerk der Schweiz jährlich von einer halben Million Menschen besucht und ist auch im Ausland bekannt. Das wertvollste Stück der bemerkenswerten Kirchenfenster aus dem 13. Jahrhundert ist die Rosette, die während sieben Jahren vollständig renoviert wurde. Diese Fensterrose, die sich aus 105 Medaillons zusammensetzt, zählt mit den Rosen von Notre-Dame in Paris und von Chartres zu den bedeutendsten Europas. Zusammen mit der Rosette verhelfen das bemalte Portal auf der Südseite des Gebäudes sowie das geschnitzte, 2014 restaurierte Chorgestühl aus dem 13. Jahrhundert der Kathedrale von Lausanne zu internationalem Ruf.

Das unübersehbare Wahrzeichen der Waadtländer Hauptstadt dient auch als Veranstaltungsort für Konzerte und zahlreiche kulturelle Anlässe. In die Programmgestaltung wird die neue Orgel der Kathedrale einbezogen, das erste Instrument seiner Art, das 2003 von einem Designer geschaffen wurde. Neben seiner beachtlichen Grösse (11 m lang, 8 m breit und 8 m hoch mit einem Gesamtgewicht von 40 Tonnen) liegt die Besonderheit dieses Instruments in seiner Konzeption: drei symphonische Ebenen (Klaviaturen) und zwei barocke Ebenen, 7 000 Orgelpfeifen, rund 100 Register, zwei Konsolen (Schaltpulte) auf der Tribüne und im Kirchenschiff, eine absolut aussergewöhnliche elektronische Hightech-Ausrüstung mit einer MIDI-Schnittstelle, mit der das Spiel des Organisten aufgezeichnet und die Orgel von einem anderen Standort aus gespielt werden kann, beispielsweise von einer anderen Orgel irgendwo auf der Welt, die mit diesem System ausgestattet ist. Diese technische Besonderheit bietet ganz neue Möglichkeiten für die Aufführung von zeitgenössischer Musik. Die absolut einzigartige Konzeption des Lausanner Instruments erfolgte durch das amerikanische Orgelbauunternehmen C.B. Fisk und den weltbekannten italienischen Architekten und Designer Giorgetto Giugiaro. Verschiedene Teile der Orgel wurden in Deutschland, in Kanada und in der Schweiz gebaut. Auch der Cheforganist der Lausanner Kathedrale, Jean-Christophe Geiser, ein brillanter internationaler Solist, war in das Projekt einbezogen.
 

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